SPIELRAUM
Kleiner Wasserspeicher



Im Kleinen Wasserspeicher finden theatrale Erkundungen statt. Es gibt keine Trennung von Bühnen- und Zuschauraum. Die Orte der Darstellung werden durch Aktionen erst geschaffen.

"Der Kleine Wasserspeicher bietet sehr spezifische Möglichkeiten für das TheaterSpielen und TheaterSchauen. Die Gliederung und Atmosphäre des Raumes, die einmaligen akustischen Bedingungen und die besondere Verbindung/Lage mit dem Außen/Stadtbezirk inspirieren, fordern heraus und verlangen nach originären Spielformen, die den Eigenarten des Kleinen Wasserspeichers entsprechen/folgen, aber auch Grenzbereiche untersuchen und nutzen... Der spannungsvolle, spröde, anregende Ort provoziert Welterkundung."
Waltraud Dießner, Projekt "ehe die menschen noch einmal ans meer gingen"

„ Wir betreten den Wasserspeicher im Prenzlauer Berg, Berlin. Hier soll unsere Inszenierung Tohuwabohu stattfinden. Der ehemalige im 19. Jahrhundert gebaute Wasserspeicher, später auch genutzt als Depot, Kriegsküche, Folterkammer, Fischlager, ist ein unterirdisches Industriedenkmal. Es ist dunkel, feucht. Rundbögen und Säulengänge bilden eine sakrale kontemplative Atmosphäre. Eine abgeschlossene, entrückte Welt. Wir durchlaufen den Raum: Er besticht durch immer neue Perspektiven und hinterlässt beim Durchqueren das Gefühl der Orientierungs- und Richtungslosigkeit, das Gefühl sich verlaufen zu können, verloren zu sein. Die Zeit steht still. Im Zentrum des Raumes stehend jedoch, herrscht totale Klarheit, Konzentration und Symmetrie: Die offenen Säulengänge ergeben fünf identische Bildausschnitte, Kammern, die vom kreisrunden Zentrum ausgehen. Auch sonst schaffen Nischen, Gewölbe, Mauervorsprünge, Rundbögen, Säulen, Gänge vielfältige szenische Örtlichkeiten, teils klar begrenzt und eingerahmt. Die Gesetzmäßigkeiten des Raumes sollen für das Stück genutzt werden.“
Melanie Florschütz und Andrea Kilian, Projekt "Tohuwabohu"